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Blücherzimmer in neuem Glanz

 

Projekte des Jahres 2015

+++ Blücherzimmer im neuen Glanz +++ Neue Vorhänge für Himmelbetten +++

 

Patenschaft für das Blücherzimmer von Schloss Ahrensburg

Im Rahmen der Innensanierung 2015 im Schloss hatte der Freundeskreis Schloss Ahrensburg erneut eine Patenschaft für einen Raum und die damit verbundenen finanziellen Aufwendungen übernommen. Die Verantwortlichen entschieden sich für "das Blücherzimmer", ein im 1. Obergeschoss des Hauses in Süd-Ostrichtung gelegener Raum und somit Pendant zum vorherigen Patenschaftsprojekt, dem "Blauen Salon", der in Süd-Westrichtung angeordnet ist.

 

Blücherzimmer mit Wasserschaden

Blücherzimmer vor der Sanierung. (Foto: Jürgen Jobst)

 

Das Blücherzimmer repräsentiert die dritte Schimmelmanngeneration auf Ahrensburg. Von den dreizehn Enkelkindern des Schatzmeisters war Carl Schimmelmann (1787-1833), Sohn Friedrich Josephs, der einzige männliche Namensträger. Sein Porträt und das seiner Frau Fanny geb. Gräfin Blücher-Altona (1797-1835) hängen über dem Sofa. Der in früheren Zeiten privat genutzte Raum ist vergleichsweise - dem Zeitgeist entsprechend - schlicht möbliert und diente der häuslichen Geselligkeit im Familien- und engeren Freundeskreis. Hier rückte man zum Vorlesen, zu Gesprächen oder zum Handarbeiten zusammen. Zum Sofa, dessen Seitenteile sich für eine Ruhestunde herunterklappen lassen, gehören eine Tischrunde in der zur damaligen Zeit neuen Möbelanordnung, schlichte Stühle im Sheratonstil, ein Eckschrank und eine hübsche Kommode. Auffallend sind die weiteren vorhandenen Familienporträts, die Fanny Schimmelmann aus den drei Schimmelmanngenerationen auf Ahrensburg zusammenführte und mit Bildnissen ihrer eigenen Familie ergänzte.

Dazu gehört das Porträt ihres Vaters, Conrad Graf Blücher-Altona (1764-1845) gemalt von Carl Friedrich Gröger (1766-1838). Graf Blücher-Altona lenkte als Oberpräsident von Altona während der Franzosenzeit die Geschicke der Stadt. Dies honorierte ihm der dänische König mit dem Namenszusatz "Altona" und mit der Verleihung des Dannebrogordens. Conrad Blücher-Altona lebte nach dem Tod seiner Tochter Fanny auf Ahrensburg bei seinen früh verwaisten Enkelkindern.

Ebenfalls vorhanden ist das Bildnis seines verwandten Vetters, des preußischen Feldmarschalls Gebhard Leberecht Blücher, Fürst von Wahlstatt (1742-1819), ebenfalls von Gröger gemalt.

Besonders ungewöhnlich für die Zeit, jedoch überaus bemerkenswert, ist das Porträt von Franziska Genoveva von Qualen, geb. d´Abbestée (1776-1849) einer Tante von Fanny Schimmelmann, welches der bekannte dänische Maler Jens Juel (1745-1802) fertigte. Das Bildnis offenbart große menschliche Einfühlungsgabe des Künstlers und hohe malerische Qualität.

Das Porträt der Franziska Genoveva von Qualen kam auch in der Neuzeit als Konterfei auf der 500-Kronen-Banknote der dänischen Nationalbank zu ehren. Dieser Geldschein war vom 18.04.1972 bis zum 12.09.1997 offizielles Zahlungsmittel.

Das Porträt des Herrn mit rotem Rock in ovalem Rahmen stellt den Vater Hermann d´Abbestée (1728-1794) dar, er war Gouverneur auf den dänisch-ostindischen Inseln, das Bild ist unsigniert.

Das Blücherzimmer, welches die Adelskultur des Biedermeiers zeigt, bedurfte einer umfassenden und gründlichen Sanierung und Restaurierung.

Die gesamte Maßnahme, die auch ein modernes Licht- und Farbkonzept beinhaltete, umfasste das Mittelhaus und das östliche Seitenhaus des Schlosses und war als Abschluss der Innensanierung sowohl vom finanziellen Volumen als auch vom räumlichen Umfang die bisher größte.

Dank großzügiger Spenden und Beiträgen unserer Mitglieder war es möglich, diese "Projekt Blücherzimmer" mit 30.000 Euro zu unterstützen.

Dem Besucher präsentiert sich heute ein freundlicher heller Raum, der mit seiner vollständigen und stimmigen Möblierung aus der Zeit des frühen Biedermeiers den gesellschaftlichen Wandel nach den schweren Jahren der napoleonischen Kriege Ausdruck verleiht und der zum längeren Verweilen, zum Schauen und Bewundern anregt.

 

 Blücherzimmer fertig

Blücherzimmer nach der Sanierung. (Foto: Jürgen Jobst)

 

Neue Vorhänge für Himmelbetten

Im angrenzenden "Kleinen Schlafzimmer" konnten dank der Spenden aus den Bridgeturnieren der Jahre 2013-2015 die beiden Himmelbetten einen neuen Baldachin erhalten. Diese beiden Betten datieren von 1794 und wurden anlässlich der Hochzeit der Schatzmeisterenkelin Henriette Baudissin aus dem Hause Knoop (1777-1864) und Ihres Mannes Jens Peter von Neergaard (1764-1842) angeschafft.

 

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Die Himmelbetten wirkeln zwar dekorativ, bedürfen allerdings einer Erneuerung. (Foto: Jürgen Jobst)

 

Die handwerklichen Arbeiten aus dem Jahr 2015 - es waren alleine 30 Meter Stoff notwendig - für die Baldachine, Hussen und Bindequasten (diese sind eine Sonderanfertigung) wurden von Alexander Hahlbeck aus Lübeck, staatlich anerkannter Restaurator im Raumaustatterhandwerk, ausgeführt und umfassten ein Volumen von fast 6.500 Euro.

 

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 Konzentration und Ausdauer sind bei der Fertigung der Vorhänge notwendig. (Foto: Jürgen Jobst)

 

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Leichtigkeit und Ruhe vermittelt der Blick in das restaurierte und farblich stimmige "Kleine Schlafzimmer". (Foto: Jürgen Jobst)

 

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Inzwischen sind die Quasten für die Vorhängen fertiggestellt und angebracht worden - hier eine Detailaufnahme. (Foto: Jürgen Jobst)

 

 

Freundeskreis Schloss Ahrensburg e.V. • Lübecker Straße 1 • 22926 Ahrensburg • E-Mail: info@freundeskreis-schloss-ahrensburg.de